Zurück zur Übersicht "Allgemeine Wettkampfregeln"

1.3 Teilnahmeregelungen

1.3.1 Notwendige Unterlagen
1.3.1.1 Sportpass

Der Sportpass (vgl. 7.3 der WO) muss folgende Angaben enthalten:

  • Personalangaben einschließlich eigenhändiger Unterschrift, bei Minderjährigen zusätzlich Unterschrift des/der Sorgeberechtigten
  • Vereinsangabe mit Anmeldedatum
  • DKV-Registriernummer des Vereins
  • Ein Vereinswechsel ist im Sportpass mit Abmelde- bzw. Anmeldedatum vom abgebenden bzw. aufnehmenden Verein einzutragen und vom zuständigen LKV-Fachwart oder seinem Beauftragten zu bestätigen. Bei einem Wechsel in einen anderen Verband oder Bezirk sind Ab- und Anmeldung vom jeweiligen LKV-Fachwart im Sportpass zu bestätigen.
  • Bestätigung, dass der Wettkämpfer Freischwimmer (Bronzeabzeichen) ist.
  • Aktuelle Altersklasse
  • Aktueller Jahreskontrollvermerk, jährlich zu Beginn der Wettkampfsaison. Hierzu sind die Sportpässe beim zuständigen LKV-Fachwart oder seinem Beauftragten mindestens vier Wochen vor dem ersten Saisonstart des jeweiligen Sportlers einzureichen. Im DKV-Sportpass ist jährlich die Sporttauglichkeit auf der Grundlage einer ärztlichen Bescheinigung vom LKV- Fachwart oder seinem Beauftragten zu bestätigen. Die ärztliche Bescheinigung darf am Tage der Vorlage nicht älter als sechs Monate sein. Weiter bestätigt der LKV-Fachwart, dass der Wettkämpfer die erforderliche DKV-Dopingpräventionsschulung besucht hat.

Ein Vordruck für den Sportpass steht unter www.kanu.de zum Download bereit.

1.3.1.2 Vereinfachter Sportpass

1.3.1.2.1 Die Vereine können einen vereinfachten Sportpass auf Basis des normalen Sportpass-Vordrucks ausstellen. Dieser berechtigt nur zur Teilnahme an allgemeinen Veranstaltungen im laufenden Jahr. Die nach 1.3.1.1. erforderlichen Bestätigungen erteilt der Vereinsvertreter.

1.3.1.2.2 Die Ausstellung von vereinfachten Sportpässen ist von den Vereinen unter der Angabe von Name, Vorname und Geburtsdatum formlos gesammelt nach Ende der Saison an den LKV-Fachwart oder seinen Beauftragten zu melden.

1.3.1.2.3 Vereinfachte Sportpässe können jederzeit in normale Sportpässe durch den LKV- Fachwart oder dessen Beauftragten umgeschrieben werden.

1.3.2 Möglichkeit von Renngemeinschaften

1.3.2.1 In Renngemeinschaften starten Sportler aus mindestens zwei Vereinen. Renngemeinschaften werden auf der Basis der Bundesländer gebildet und sind bei allen Veranstaltungen startberechtigt. Das Saarland und Rheinland-Pfalz werden in Anbetracht ihres gemeinsamen OSP wie ein Bundesland behandelt.

1.3.2.2 Renngemeinschaften werden durch einen daran beteiligten Verein gemeldet und diesem zugeordnet. Dieser Verein vertritt bei der Veranstaltung sämtliche Belange der Renngemeinschaft (inkl. Kampfrichtergestellung).

1.3.2.3 Renngemeinschaften können gebildet werden:

  • im Canadier-Zweier
  • in den Mannschaftsklassen

1.3.2.4 Ein an einer Renngemeinschaft beteiligter Sportler kann pro Rennen entweder für seinen Verein oder für die entsprechende Renngemeinschaft starten.

1.3.2.5 Die Namensbezeichnung einer Renngemeinschaft ist RG<Bundesland>.

1.3.2.6 Im Canadier-Zweier müssen die beteiligten Vereine mit der Meldung angegeben werden.

1.3.2.7 Bei Mannschaften muss die Festlegung, ob eine Vereinsmannschaft oder eine Renngemeinschaft startet, spätestens mit der namentlichen Mannschaftsmeldung erfolgen. Bei Renngemeinschaften sind zu diesem Zeitpunkt auch die beteiligten Vereine anzugeben.

1.3.3 Klasseneinteilung

Kanu-Slalom-Wettkämpfe werden in folgenden Boots- bzw. Altersklassen ausgetragen, jeweils für männliche und weibliche Sportler:

1.3.3.1 Bootsklassen

1.3.3.1.1 Einzelbootsklassen In allen Altersklassen ab Schüler B in den Bootsklassen

  • Kajak-Einer (K1)
  • Canadier-Einer (C1)
  • Canadier-Zweier (C2).

In den Altersklassen ab Schüler A weiterhin in der Bootsklasse C2-Mixed.

1.3.3.1.2 Mannschaftsbootsklassen

Eine Mannschaft besteht aus drei Booten einer Bootsklasse. Es sind Vereinsmannschaften, Renngemeinschaften und die Nationalmannschaft startberechtigt. Mannschaften werden gebildet:

  • Schüler:
    • Schülermannschaften gemeinsam aus den Schülerklassen C, B und A, männlich und/oder weiblich (Ausnahmen siehe Sonderbestimmungen).
    • weibliche Schülermannschaften gemeinsam aus weiblichen Schülern C, B und A (Ausnahmen siehe Sonderbestimmungen).
  • Jugend und Junioren:
    • Jugend/Juniorenmannschaften gemeinsam aus den Jugend- und Juniorenklassen, männlich und/oder weiblich.
    • weibliche Jugend/Juniorenmannschaften gemeinsam aus den weiblichen Jugend- und Juniorenklassen.
    • In allen Jugend-/Junioren-Mannschaften dürfen bis zu zwei Schüler A- Boote starten.
  • Leistungsklasse und Senioren
    • LK-Mannschaften gemeinsam aus den Herren- und Damenklassen.
    • Damenmannschaften aus den Damenklassen.
    • In den LK- und LK-Damenmannschaften dürfen bis zu zwei Junioren-Boote bzw. in der jeweiligen Bootsklasse im Deutschland-Cup U18 startberechtigte Jugend-Boote starten.
1.3.3.2 Altersklassen

Schüler C: Sportler, die im laufenden Kalenderjahr 7 bis 9 Jahre alt werden. Es gelten die Sonderbestimmungen für Schülerspiele.

Wettkämpfe können in folgenden Altersklassen durchgeführt werden:

Schüler B: Sportler, die im laufenden Kalenderjahr 10 bis 12 Jahre alt werden.

Schüler A: Sportler, die im laufenden Kalenderjahr 13 oder 14 Jahre alt werden.

Jugend: Sportler, die im laufenden Kalenderjahr 15 oder 16 Jahre alt werden.

Junioren: Sportler, die im laufenden Kalenderjahr 17 oder 18 Jahre alt werden.

Leistungsklasse: Sportler ab dem Kalenderjahr, in dem sie 19 Jahre alt werden.

Senioren A: Sportler, die im laufenden Kalenderjahr 32 bis 39 Jahre alt werden.

Senioren B: Sportler, die im laufenden Kalenderjahr 40 bis 49 Jahre alt werden.

Senioren C: Sportler die im laufenden Kalenderjahr 50 bis 59 Jahre alt werden.

usw.

1.3.3.3 Einordnung in Altersklassen

1.3.3.3.1 Ein Doppelstart in verschiedenen Altersklassen ist innerhalb eines Wettkampfes in einer Bootsklasse nicht gestattet, dabei gelten Einzel- und Mannschafts- wettbewerbe als verschiedene Bootsklassen.

1.3.3.3.2 Wettkämpfer angrenzender Altersklassen können C2 Besatzungen bilden. Dies gilt nicht für den C2 der Schüler B. Das Boot startet in der Klasse des älteren Wettkämpfers; in den Seniorenklassen in der Klasse des jüngeren Wettkämpfers.

1.3.3.3.3 Sind in den Seniorenklassen weniger als drei Boote gemeldet, so ist der Wettkämpfer der Senioren A in der Leistungsklasse, alle anderen in der nächstjüngeren Altersklasse startberechtigt.

1.3.3.3.4 Altersklassenwechsel

Ein vorzeitiger Altersklassenwechsel ist im letzten Jahr der Altersklassenzugehörigkeit bis zur Leistungsklasse möglich. Nach dem ersten Start in der neuen Altersklasse ist eine Rückstufung nicht mehr möglich. Dies gilt dann für alle Bootsklassen.

1.3.4 Material- und Sicherheitsbestimmungen
1.3.4.1 Boote, Paddel, Zubehör

1.3.4.1.1 Maß- und Konstruktionsbestimmungen der Boote

1.3.4.1.1.1 Kajaks (K1) sind Boote mit Deck, die mit Doppelpaddel gefahren werden müssen. Die Wettkämpfer sitzen im Kajak.

1.3.4.1.1.2 Canadier (C1 / C2) sind Boote mit Deck, die mit Stechpaddel gefahren werden müssen. Die Wettkämpfer knien im Canadier.

1.3.4.1.1.3 Mindestmaße und Gewichte

Mindestlänge Mindestbreite Mindestgewicht
Alle K1-Typen 3,50 m 0,60 m 9 kg
Alle C1-Typen 3,50 m 0,60 m 9 kg
Alle C2-Typen 4,10 m 0,75 m 15 kg

1.3.4.1.1.4 Alle Boote müssen an Bug- und Heckspitze einen Mindestradius von 2 cm waagerecht und 1 cm senkrecht aufweisen.

1.3.4.1.1.5 Steuereinrichtungen sind an allen Booten verboten.

1.3.4.1.1.6 Objekte, die aus dem Bootskörper herausragen, müssen mit diesem fest verbunden sein. Sie dürfen maximal 20 mm hoch sein und müssen mindestens 8 mm breit sein. An ihrem äußeren Ende müssen sie einen Kantenradius von mindestens 4 mm aufweisen.

1.3.4.1.1.7 Halteschlaufen

  • Alle Boote müssen an jedem Ende eine Halteschlaufe haben, die nicht weiter als 30 cm vom Bug bzw. Heck entfernt sein darf.
  • Die Halteschlaufen müssen so beschaffen sein, dass man mit der ganzen Hand hinein greifen kann, um das Boot zu bergen.
  • Das für die Halteschlaufen verwendete Material muss einen Mindestdurchmesser von 6 mm oder einen Mindestquerschnitt von 2 x 10 mm haben.

1.3.4.1.1.8 Boote müssen entsprechend den Maß-, Gewichts-, und Konstruktionsbestimmungen gebaut werden und so verbleiben.

1.3.4.1.1.9 Das Gewicht eines Bootes wird gemessen, wenn es trocken ist. Die Spritzdecke wird als Zubehör und nicht als Teil des Bootes angesehen.

1.3.4.1.1.10 Es ist nicht zulässig, die Boote durch Provisorien auf die vorgeschriebenen Maße und Gewichte zu bringen.

1.3.4.1.1.11 Die Wettkämpfer sind für die Einhaltung der Maß-, Gewichts-, Konstruktions-, Sicherheits- und Werbebestimmungen selbst verantwortlich.

1.3.4.2 Sicherheitsbestimmungen

1.3.4.2.1 Boote müssen unsinkbar sein. Das mit Wasser gefüllte Boot muss an der Wasseroberfläche schwimmen.

1.3.4.2.2 Das Festkleben der Haltevorrichtungen ist unzulässig.

1.3.4.2.3 Jeder Wettkämpfer muss eine Schwimmhilfe und einen festgezogenen Kopfschutz tragen. Beide müssen in gutem Zustand sein. Selbst gebaute Helme und Schwimmhilfen sind nicht zulässig.

1.3.4.2.4 Der Kopfschutz muss nach EN 1385 geprüft und gekennzeichnet sein. Die Schwimmhilfe muss nach EN 393/ISO EN 12402 (Teil 5) geprüft und gekennzeichnet sein und einen Mindestauftrieb von 50 N, für Schüler C und B 40 N, haben.

1.3.4.2.5 Kopfschutz und Schwimmhilfe müssen so befestigt sein, dass sie während des gesamten Laufes funktionsfähig sind.

1.3.4.2.6 Wird die Funktionsfähigkeit von Kopfschutz und/oder Schwimmhilfe während des Laufes beeinträchtigt, so hat der Wettkämpfer den Lauf ohne besondere Aufforderung sofort zu beenden. Der Wettkämpfer erhält keinen Nachstart. Beendet der Wettkämpfer den Lauf nicht, so ist er wegen Nichtachtung der Sicherheitsbestimmungen vom Hauptschiedsrichter für diesen Lauf aus- zuschließen.

1.3.4.2.7 Jeder Wettkämpfer muss sich selbst aus seinem Boot befreien können.


Hinweise und Auslegungen

Wie international auch (vgl. ICF-Regeln 19.2.1) wird der Auftrieb der Schwimmhilfe mit einem 6,12 kg-Gewicht geprüft.